Architektursommer Sachsen
Architektursommer – Mehrwert Baukultur im regionalen Fokus
Präambel
Die sächsischen Architekten und Stadtplaner setzen im Rahmen der Beförderung einer Landesinitiative für Architektur und Baukultur einen Höhepunkt mit der Veranstaltungsreihe Architektursommer Sachsen, die nationale und internationale Ausstrahlung zu entwickeln vermag.
Baukunst und Baukultur gehören zu den entscheidenden Identifikations- und Integrationsfaktoren der Gesellschaft in ihren traditionell gewachsenen Kulturregionen.
Die grundlegende Rolle von Architektur und Baukultur in Sachsen soll mehr als bisher in der Öffentlichkeit wahrgenommen und für die Menschen erlebbar werden. Dazu sind alle mit Planen, Bauen und Baukultur befassten Akteure und Interessierte eingeladen, sich sparten- und genreübergreifend zusammenzufinden und sowohl eigene als auch gemeinsame Projekte unter einem Label zu initiieren und zu realisieren.
Zielstellung
Es ist das Ziel, aus dem Architektursommer ein kulturelles Ereignis von hoher Qualität zu entwickeln, das fest in der Kulturlandschaft Sachsen verankert wird. Es soll gelingen, die an der Baukultur im Lande Interessierten zusammenzuführen und das Profil von Baupolitik und Baukultur nach innen und nach außen zu stärken.
Anliegen des Architektursommers ist es, einen substantiellen und nachhaltigen Beitrag zur Vermittlung von Baukultur am Beispiel einer ausgewählten Region in Sachsen zu leisten.
Durch vielfältige Veranstaltungen und Aktionen wie Ausstellungen, Vorträge, Workshops, Lesungen, Filme, Exkursionen, Stadtspaziergänge, Installationen, Wettbewerbe, Experimentelles, Performances soll das öffentliche Bewusstsein für Baukultur und die Diskussion um Architekturqualität befördert werden.
Der Architektursommer ist nicht allein kulturelle Attraktion, sondern dient der Verstärkung der sächsischen und nationalen Präsenz des jeweiligen Austragungsortes.
Vorausgesetzt wird zudem, dass eine erhöhte und positiv besetzte Aufmerksamkeit durch ein facettenreiches Themenspektrum zu sächsischer Architektur und Baukultur auch nachhaltige Auswirkungen zeigt hinsichtlich der Attraktivität Sachsens als Wohn- und Wirtschaftsstandort sowie für den Tourismus.
Aus dieser generellen Zielrichtung ergibt sich eine Reihe unterschiedlicher Anforderungen, die den Architektursommer Sachsen konstituieren.
Demnach wird der Architektursommer Sachsen:
Format
Die Austragungszeit des Architektursommers wird vom bundesweiten Tag der Architektur (letztes Juniwochenende) bis zum Tag des offenen Denkmals (Anfang September) vom Charakter her als eine Art Festival geplant.
Das Programm steht eine gewisse Zeit voraus bereits fest und wird entsprechend beworben; es lässt aber auch Raum für Spontanes und Unvorhergesehenes. Hauptaustragungsort bzw. Anlaufstelle ist der jeweils ausgewählte Ort, bzw. die ausgewählte Region.
Die gesamte Planung und Vermittlung zeigt, dass der Architektursommer Sachsen aus einem Plot heraus lebt und agiert, d. h. alle Ereignisse konzentrieren sich strikt auf die thematische Ausrichtung baukulturbezogener Themen und Projekte.
Das zentrale Thema bzw. Motto des jeweiligen Architektursommers ergibt sich aus der Spezifik und dem Selbstverständnis des Austragungsortes. So startete der 1. Architektursommer Sachsen 2008 unter dem Titel „CHEMNITZ – Stadt der Moderne“.
Organisation, Partner und Akteure
Der Architektursommer Sachsen ist ein Kooperationsmodell, das bereits vorhandene Ressourcen und bestehendes regionales und lokales Engagement einbezieht, indem alle sich mit Architektur und Baukultur befassenden Akteure und Veranstalter eingeladen werden, ihre Aktivitäten in das Kulturereignis einzustellen.
Dadurch bedingt werden die Beteiligten mit ihren Projekten – in Stadt, Land, Region – zu den tragenden Säulen des Architektursommers und verpflichten sich in unterschiedlicher Weise der Programmatik des Architektursommers.
Die jeweiligen Projekte und Beiträge werden durch Beteiligte konzipiert, organisiert und finanziert, die über ihre eigene personelle und räumliche Infrastruktur verfügen.
Die Gesamtkoordinierung und die Sublimierung unter dem Label Architektursommer Sachsen erfolgt durch die Architektenkammer Sachsen, die damit alle Veranstaltungen unter ein kommunikatives Dach stellt (CI, CD, Internetauftritt, Programm, PR, Werbung).
Das ist nur durch die Bereitschaft zur Unterstützung durch die Landes,- Regional- und Kommunalpolitik sowie dezidierte und bewusste Öffentlich-Private-Partnerschaften realisierbar und erfordert in erster Linie den Abgleich von Interessen, gemeinsame strategische Ausrichtung und die Bündelung von Kräften.
Ausblick
Es ist geplant, den Architektursommer Sachsen langfristig zu einer eigenständigen und unabhängigen Institution in eigener Rechtsform in Sachsen zu entwickeln, die mit einem umfassenden vielseitigen Programm das Spektrum und die gestalterische Dimension von Architektur und Baukultur, Baukunst, Städtebau und Umwelt sichtbar und lebendig macht.
Der Architektursommer soll beispielhaft die Bedeutung von Lebensweise und Baukultur für den kulturellen Lebensraum in seiner ortsspezifischen Charakteristik thematisieren und Baukultur als positiven Standortfaktor für Wirtschaft und Tourismus, aber auch für Wohnen und Arbeiten sowie für Kultur und Freizeit hervorheben.
Dem Austragungsort soll der Architektursommer Impulse für die baupolitische und baukulturelle Entwicklung und regionale Profilierung geben und kulturell innovativ und nachhaltig wirken, z. B. durch die Einrichtung von Architekturpreisen oder der Begründung regionaler und lokaler Netzwerke.
Durch das Zusammenwirken von Kultur, Politik, Staat und Wirtschaft können langfristig neue Formen und Selbstverständlichkeiten für Partnerschaften entstehen. Durch die inhaltliche Vernetzung, in die alle Schlüsselakteure eingebunden sind, wird sich jene gemeinsame Plattform entwickeln, die Identität und Glaubwürdigkeit schafft und dem Anspruch des Architektursommers gerecht wird.
Architektenkammer Sachsen, Sommer 2009